Donnerstag, 15. Januar 2009

Eine Fahrt

Aufgrund einer konkreten Frage möchte ich einmal allgemein über eine Fahrt erzählen, was und vorallem wie das so abläuft. Ich erzähle jetzt von meinem Schulungsballon.

Das Aufstellen
Alles zusammen ist in einem Anhänger verstaut. Also aufmachen und ausladen. Jetzt muss der Korb fertig aufgebaut und anhand einer Checkliste überprüft werden. Es müssen vier volle Gasflaschen à 30kg Gas drin sein. Diese stehen in den Ecken. Weiter: Sauerstoff, Kartenmaterial, GPS, Variometer, Funkgerät (meist auf 122.25 Mhz) und Ersatzgerät, Transponder (damit uns die Controller auf ihrem Radarschirm haben) inkl. separater Antenne, Verpflegung (eher für den Notfall, das ist warmer Tee und einige Kraftriegel), Feuerlöscher, Feldstecher, Papierfetzen und Handy.
Wenn das alles geprüft ist, müssen noch einige Dinge aufgebaut werden. Der Brenner muss montiert werden und dann wars das eigentlich auch schon.

Der Korb wird umgekippt und die ausgerollte Hülle angehängt. Mit einem Benzin-betriebenen Ventilator wird jetzt Luft vom Korb her reingeblasen. Dafür müssen zwei die Hülle aufhalten. Dieser Job ist nicht so beliebt, wieso werdet ihr gleich erfahren. Ich weiss keine Zahlen, aber etwa die Hälfte wird somit etwa reingeblasen. Die ganze Hülle hat 3400m3.
Jetzt beginnt man mit dem Heissfüllen. Man beginnt nun, mit laufendem Ventilator, die Luft aufzuwärmen. Man bemerke, die beiden Personen halten immernoch auf! Es wird recht heiss dort. Die Luft dehnt sich immer weiter aus und irgendwann erhebt sich das Ganze und stellt sich auf, nimmt dabei natürlich den liegenden Korb mit.
Dann werden noch alle Seile sortiert, bis zu vier Menschen steigen ein und schon kann es los gehen.

Die Fahrt
Die Luft wird immer weiter erhitzt. Man bedenke; Heissluftballone haben keinen Balast! Es wird nur mit der warmen Luft gearbeitet. Man hebt also irgendwann ab. Etwa jede Viertelstunde muss man einen Eintrag machen und die momentanen Bedingungen aufschreiben. Einen kompletten Fahrtenbericht gibt es im Post weiter unten (bitte alle Tabellenblätter beachten!). Über Funk wird mit den Nachfahrern Kontakt gehalten, um sie anzuweisen, wo sie hinfahren sollen. Dies läuft recht geordnet ab, also mit richtigen Phrasen und nicht normale Gespräche.
Auch wird der Funk benutzt um mit anderen Ballonen Kontakt zu halten. So wird einerseits gerne gefragt, wie die Verhältnisse gerade bei einem anderen Ballon sind. Man erfährt so Höhe, Geschwindigkeit und Richtung von ihnen und kann die Winde besser einschätzen. Auch wird der Funk benutzt, wenn ein Ballon aus dem Blickwinkel verschwunden ist. Nach oben herrscht aufgrund der grossen Hülle ein sehr grosser toter Winkel. So kann man fragen wie weit oben der nächste Ballon ist (auch wenn man von unten Vortritt hätte) und kann so die climbs koordinieren.
Wenn man in eine CTR geraten würde, braucht man den Funk natürlich auch entsprechend.
Auf 7000 Fuss, der Transition Altitude in der Schweiz wird der Transponder aktiviert, Squawk VFR, 7000 wie immer.
Brennerstösse gibt man so etwa alle 10 bis 15s (vielleicht verschätze ich mich jetzt auch gerade brutal). Diese sind recht laut doch man gewöhnt sich daran. Wie schon einmal erwähnt kann man zwischen der leiseren, schwächeren und gelben Flüssiggas-Flamme oder der lauteren, stärkeren und blauen gasförmigen Gasflamme wählen.

Landung und Aufräumen
Fahrten dauern zwischen einer und drei Stunden. Bei der Landung entleer man die Hülle mit den Ventilen am Top. Man zieht an den Leinen im Korb und oben öffnet sich (je nach System) ein wiederverschliessbares Ventil, Parachute genannt.
Nun muss alles wieder eingepackt und verstaut werden. Natürlich sollte man das Tanken der Gasflaschen nicht vergessen!

Ich hoffe, ich habe für die intressierte Person alles geschrieben. Ansonsten, fragen!

Bei Intresse zum Aufbau, hier der Link zu einem Manual. Wichtig sind die Seiten 9, 16 - 18.

Für die Profis, schon klar, dass hier viel fehlt. Doch das sollte in etwa eine gute Zusammenfassung sein!

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