Sonntag, 31. Mai 2009

Testprüfung

Diesen Sonntag haben wir in der Lerngruppe eine Testprüfung gemacht. Das heisst, gleiche Bedingung wie an der richtigen Prüfung.

Ich erzielte dabei folgendes Ergebnis:

010 Luftrecht: 75% PASSED
020 Allgemeine Luftfahrzeugkenntnis: 74% FAILED
030 Flugleistung und Flugplanung: 56% FAILED
040 Menschliches Leistungsvermögen: 75% PASSED
050 Flugmeteorologie: 84% PASSED
060 Allgemeine Navigation: 82% PASSED
070 Betriebsverfahren: 90% PASSED
080 Aerostatik: 82% PASSED

Nun, 75% ist die Grenze um zu bestehen. Im Fach 020 kann man sich streiten, nach Lehrmittel hätte ich einen Punkt mehr und darum bestanden. Ist so eine Sache. Was im Fach 030 falsch gelaufen ist, kann ich mir nicht erklären. Beim zweiten durchschauen wurden mir eigentlich alle Fragen klar. Ich hoffe so etwas passiert mir bei der echten Prüfung nicht.
Auch muss man hier wieder einen Nachteil "bemängeln", denn nicht alle Testprüfungen kamen als Code X vom BAZL, sondern wurden von den Lehrern geschrieben. Und für sie ist es natürlich nicht immer ganz einfach dabei den Stil des BAZLs zu spüren, wir als Trainees bekommen den Unterschied aber zu spüren, weil wir uns auf ein anderes "Denksystem" einstellen müssen.

Ich habe heute nocheinmal dort gelernt wo ich am meisten Schwierigkeiten hatte und würde die Prüfung am liebsten Morgen machen, momentan fühle ich mich fit dazu.

Die anderen in der Lerngruppe schlossen diese Testprüfung ähnlich ab.

Dienstag, 19. Mai 2009

Lernfahrausweis II

So, und nun habe ich alle Lizenzen und Zeugnisse die ich brauche. Ab jetzt bin ich offiziell ein Fahrschüler und kann meine Fahrten aufschreiben. Ich brauche nun deren 16 bis ich frühestens an die praktische Prüfung kann.
Der nächste Knackpunkt ist aber immernoch die theoretische Prüfung.

Theorie 16.5.2009

So und schon ist der letzte Theorietag vorbei. Dieser war bei Benjamin Senn und wir hatten einen ganzen Tag nur das Fach 30, Flugleistung und Flugplanung.
Dies ist dieses Fach, vor dem unsere Lehrer uns Angst gemacht haben. Da kommt alles zusammen und ihr müsst alles können! Doch so schwer war das gar nicht.
In diesem Fach macht man Berechnungen wie hoch kann man unter den gegebenen Umständen kommen, wie viele Passagiere kann man mitnehmen, welche Lufträume durchkreuzt man und so weiter. Wir haben eigentlich den ganzen Tag nur geübt. Es war ein gemütlicher Abschluss.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Fahrt 10.5.2009 Bad Ragaz - Grabs

Eigentlich sollte am 9.5.09 am Abend die gemeinsame Muttertagsfahrt stattfinden. Doch es war wie immer; der Organisator drückte es folgendermassen aus: "Die Muttertagsfahrt des Ballonclubs Bachtel ist der einzige Ballonevent in der Schweiz bei dem man nicht Ballonfahren muss." Denn es ist "immer" schlecht Wetter. Es war bekannt, dass ein Gewitter naht, genauso wie alle wussten, dass hinter dem Gewitter wunderbares Wetter herrscht. Unbekannt war die genaue Startzeit des Gewitters, sowie die Intensität und die Dauer. So entschied man sich für das Ersatzprogramm. Einige mögen sich vielleicht noch erinnern, es nahte das Gewitter bei dem ein Schiff im Bodensee kenterte. Das Gewitter hätte zu lange gedauert und die Entscheidung war richtig.

Allerdings wollten wir uns eine Ballonfahrt nicht nehmen lassen und so sind wir am nächsten Morgen in die Luft. Eine witzige Truppe war im Korb. Ein Pilot und drei die es werden wollen. Zum Glück hatten wir eine Nachfahrerin, vielen Dank an dieser Stelle dass sie trotz dem Muttertag um 05:00 Uhr aufstand für uns.
Auf jeden Fall weiss ich jetzt, dass ich mit meinen 62kg am Top zu leicht bin. Die Folgen sind nicht weiter schlimm, ein kleiner schwarzer Fleck auf dem Scoop (Stoffteil zwischen Hülle und Korb, schützt die Flamme vor Turbulenzen).
Als wir dann in der Luft waren ging es zuerst in Richtung Gonzen und lange war unklar ob es uns nach rechts Richtung St. Galler Rheintal oder doch nach links ins Seeztal tragen würde. Die Winde entschieden sich für das Rheintal.
Während dem Abstieg kam allerdings kurz Nervosität auf; wir kamen in eine Schicht die uns auf 45km/h beschleunigte, was in Bodennähe und zum Landen natürlich extrem unpraktisch ist. Glücklicherweise bremsten wir auf gemütliche 5 - 10km/h ab und der Fahrschülerin gelang eine passable Landung auf einer Wiese.
Zum Glück war unser Chef gnädig mit uns und das de-briefing war recht schmerzlos.

Bilder gibt es unter www.balloon.ch.vu/09_05_10

Medical

Ich habe versprochen das Medical etwas genauer zu erklären.
Es gibt drei verschiedene Stufen:

Medical Class 1 - für Berufspiloten (Commercial Pilot Licence, CPL)
Medical Class 2 - für Privatpiloten (Private Pilot Licence, PPL)
Medical Class 3 - für Flugverkehrsleiter (Air Traffic Controller, ATC)

Logischerweise habe ich davon Class 2 gemacht. "Gemacht" ist da allerdings recht einfach ausgedrückt. Zuerst habe ich die Möglichkeit wahrgenommen, in der Arbeitsstelle von meinem Vater einige Untersuchungen zu machen. Also ging ich dahin um ein EKG (Elektronenkardiogram) und eine Spirometrie zu machen. Ein EKG zeichnet alle Herzfunktionen auf. Dabei wurden bei mir zum Glück keine Unregelmässigkeiten festgestellt. Die Spirometrie ist ein Lungenfunktionstest. Es wird gemessen gut die Lungenfunktionen sind. Auch hier gab es bei mir nichts Aussergewöhnliches.
Als nächstes ging ich zu Herr Dr. Kind, einem Ohrenarzt. Bei ihm machte ich ein Reintonaudiogramm und eine Knochenleitungsmessung. Das Erste ist bekannt, einfach eine Messung der Minimallautstärke in denen die verschiedenen Tonhöhen gehört wurden. Die Knochenleitung funktioniert gleich, nur dass der Kopfhörer bei dieser Messung ein kleines Kästchen ist, welches auf den Knochen hinter der Ohrmuschel aufgesetzt wird. So hört man nämlich über die Vibration des Knochens auch Töne.
Der nächste Schritt war der Augenarzt, Herr Dr. Reis. Natürlich genügt ein Sehtest nicht. Nein, auch wurde der Augendruck gemessen, Muskelgleichgewicht und was weiss ich alles. Das Meiste irrelevant wie ich und der Augenarzt denken.
Die Ergebnisse der Untersuchungen brachte ich nun zu meinem Vertrauensarzt (Aeronautical Medical Examiner AME) Herr Dr. Eisenegger. Bei ihm wurden noch Blut, Urin, Reflexe, Aufbau der Wirbelsäule usw. untersucht. Der Termin dauerte etwa 1.5h. Glücklicherweise wurde ich als tauglich befunden, was mich aber nicht wirklich überraschte. Trotzdem war es ein kleines Aufschnaufen, denn ich wurde noch nie einer so kleinlichen Untersuchung unterzogen und man kann nie wissen was alles zu Vorschein kommt.

Das Zeugnis wurde mir sofort ausgestellt und ich habe es direkt in einen Brief gepackt und zusammen mit dem Strafregisterauszug, einem Passfoto und einem Antrag zum Lernfahrausweis nach Bern geschickt. Jetzt warte ich nur noch auf den LA.

Freitag, 8. Mai 2009

Theorie 2.5.2009

Schon der zweitletzte Theorietag! Am Morgen beendeten wir das Fach meteorologie bei Walter Vogel und am Nachmittag das Fach Navigation bei Kurt Boppart.

Am Morgen machten wir zuerst einen Test über den alten Stoff. Natürlich hatte ich den im Griff gehabt. Und dann schauten wir uns Wetterbenachrichtigungen an. Wir brauchten am meisten Zeit für die Metars. Das sind Wettermeldungen in einer abgekürzten Form. Ich beherrschte diese allerdings schon und so wurde es nicht allzu kompliziert für mich.

Als Beispiel:
LSZH 080350Z 27006KT 9999 FEW020 BKN090 12/09 Q1016 TEMPO SHRA

Das bedeutet, dass in Zürich, am 8. Tag des Monats um 04:50 lokal 6 Knoten Wind aus Westen kam, die Sicht 10 Kilometer oder mehr betrug, es wenig Wolken aus 2000 Fuss und eine durchbrochene Wolkenschicht auf 9000 Fuss gibt. Die Temperatur war 12°C und der Taupunkt 9°C. QNH war 1016 Hektopascal. Temporärer Schauerregen.

Am Nachmittag machten wir eigentlich keine Navigation. Wir haben einfach so ein bisschen durch die Fächer von Kurt kreuz und quer durch.

Das nächste Mal ist schon das letzte Mal!